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039 – Abends in Tokyo

Wenn ich morgens zur Metro-Station gehe, kommen wir Scharen von Schulmädchen entgegen. Sie tragen alle Schuluniform, bestehend aus einem karierten Faltenrock, weißer Bluse und Schleife dazu weiße Socken und schwarze Schuhe. Das Bemerkenswerte: Sie sind still. Sie laufen schweigend nebeneinander her. Kein Geschnatter, kein Kichern. In der Metro selbst unterhält sich auch niemand. Ebenso ist es im Fahrstuhl immer ruhig. Japaner nehmen Rücksicht und lernen von Kindesbeinen an, sich so zu verhalten, dass sie niemand in ihrer Umgebung stören.

Dass sie durchaus laut sein können, zeigt sich am Abend. Es gibt lustige Viertel in denen es bunt und lautstark zugeht. Shimokitazawa ist eines davon. Es gibt abends live Musik auf den Straßen, es wird mitgesungen und gefeiert – sehr sympathisch. Wir stromern durch eine Reihe Secondhandläden, viel Retro, viel Krimskrams, Cosplay, … Wir verwerfen die Idee, Oktoberfest-Outfits zu kaufen und beenden den Abend in einer etwas schrabbeligen Kneipe. Der Inhaber präsentiert uns stolz seine 300 Biersorten und erzählt Geschichten dazu. Leider sind die Zeiten schlecht, der Import teuer, es gibt wenig Touristen und während der Pandemie wurde weniger Bier konsumiert. Also reduziert sich sein Angbot an Pils auf zwei empfehlenswerte, Warsteiner oder Grolsch. Also, Grolsch, Niederlande, und Prost!

Auf dem Rückweg steigen wir noch einmal in Shibuya aus. Auf einer der größten Straßenkreuzungen der Welt überqueren bis zu 15.000 Menschen die Straße, wenn die Ampel auf Grün springt. Bei Nacht ist Foto-Shooting angesagt vor der Glitzerreklame.

3 Gedanken zu „039 – Abends in Tokyo“

  1. Hallo, wie geht es Euch, seid Ihr „angekommen“? Ist Japan nicht faszinierend? Für mich immer ein Land, das ein schönes Buch mit 7 Siegeln war. Wie Ihr schreibt, die Schulmädchen, das Handy und abends in der Kneipe. Habt Ihr inzwischen alle Tempel gesehen ?😉
    Gibt es dort auch eine Community um Fußball zu schauen?
    In Deutschland kehrt der Herbst ein, kühl und feucht, auf das Goldene warten wir noch.

    Ich wünsche Euch noch eine tolle Zeit und freue mich auf den nächsten Bericht.

    Ganz liebe Grüße, Inge

  2. 15.000??? Das ist unvorstellbar!
    „UTA used“ hat Uta noch gar nicht gesehen, oder?
    Vielen Dank, dass wir mit Euch eintauchen dürfen in den japanischen Alltag.

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