Zum Inhalt springen

014 – Das Reiseproblem

von Laurens;-)

Mama und ich sitzen gemeinsam im Auto Richtung Flughafen. Als wir uns, vom Gefühl her in Wiesbaden befinden, wären wir in Frankfurt losgefahren, sind wir am innerstädtischen shanghaier Flughafen in Pudong.

Bei der Sicherheitskontrolle gibt es erste Schwierigkeiten. Als Mama bereits mit den letzten Metalldetektor-Checks fertig ist, schaffen es die Sicherheitsbeamten sich mir gegenüber, in einer mir verständlichen Sprache zu artikulieren. In meiner Passnummer kommt ein „T“ vor dieses fehlt jedoch auf meinem Boardingpass. Infolgedessen versuche ich verschiedenen Leuten mein Problem zu schildern, in der Hoffnung einen neuen Boarding Pass zu bekommen. Am Ende lande ich an einem Schalter mit einer Dame, die zwar nicht zu meinem Problem wissen will, mir jedoch einen roten Stempel auf den Boardingpass drückt, nachdem sie meinen Namen mit irgendwas auf Ihrem Monitor verglichen hat. Sie schreibt noch ein paar Schriftzeichen darauf und fertig. An der Passnummer ändert sie nichts es scheint der rote Stempel zu sein, der jedem Dokument jedem Formular und jedem anderen Wisch seine Gültigkeit verleiht. Ab da läuft alles einwandfrei.

Ankunft in Zhangjiajie die vor und nach der Gepäckrückgabe müssen wir Codes vorzeigen. Aus Mangel an Verständigungsmöglichkeiten zeigen wir meist alles was wir an Codes und Test Zertifikaten haben. Aber dann kommen wir nicht weiter. Wir brauchen nämlich erst noch den örtlichen Gesundheitscode. Ein Angestellter hilft uns dabei. Merke: alles geht auch ohne eine einzige gemeinsame Sprache. Er nimmt das Handy Tipp durch viele felder mit vielen schriftzeichen gibt das handy und deutet auf die erste auszufüllende spalte und wir tippen mal mehr mal weniger zufällig Name, Telefonummer oder Passnummer ein. Dabei erzählen wie ihm auf Englisch vom Wetter in Shanghai und er uns auf Mandarin von seinen Großeltern. Fakt ist: keiner versteht den anderen.

Es ist geschafft wir sind im Hotel angekommen. Unserer Fahrer, der uns vom Flughafen abgeholt, hilft uns beim einchecken. Dann geht er. Auch der Herr an der Rezeption, der alle unsere Formulare und unsere Pässe eingescannt hat, verschwindet. Wir warten geduldig. Die Eingangshalle ist groß und imposant. Wir warten. die Eingangshalle hat große Fensterfronten und es zieht. Wir warten ungeduldig und die Eingangshalle ist mit Verlaub Sch*** kalt. Dann werden wir von seiner Kollegin bedient sie ist etwas verunsichert. Die englische Sprache bereitet ihr offensichtlich Schwierigkeiten und daher ist der sprachliche Austausch auch nicht sehr informativ. Sie telefoniert. Erst mit uns unbekannten dann mit unsere Reisebegleiterin, die einen Tag nach uns kommt. Mama verliert langsam die Contenance. Als sie auch nochmals unsere Pässe und Teste-Zertifikate haben möchte verliere ich sie auch. Irgendwann bekommen wir unsere zimmerkarte dann doch.

Nachdem wir unsere sachen abgestellt haben gehen wir wieder runter. Auch wenn es mittlerweile ca. 10 Uhr ist haben wir darauf bestanden, nach der Wartezeit in der kalten Eingangshalle noch eine anständige das essen zu bekommen. An der rezeption weist man uns die Richtung, in die das restaurant zu finden ist. Ich gehe den dunklen Gang entlang. Das licht der Eingangshalle fällt in ihn hinein. Der Gang macht ein Knick nach rechts und ich stehe in einem riesigen, menschenleeren dunklen Speisesaal. Gut im ganzen und Hotel sind mehr angestellte als gäste und somit wird das gebäude recht verlassen aber das muss trotzdem der falsche Raum sein. Wir drehen um. Auf einmal geht rechts von uns das licht hinter einer Glaswand an und eine Tür wird geöffnet. Man bittet uns herein. Wir kommen in einen zweiten Speisesaal. an der einen Seite ist das Frühstücksbuffet aufgebaut. Die Temperatur gleich der in der Eingangshalle. Eine angestellte schafft ein heizlüfter heran. Dieser bringt zwar nicht mehr als ein föhn gebracht hätte aber der gute Wille zählt. Ein freundlicher Herr ohne Hotelkleidung und perfektem englisch erklärt uns er sei vom personal arbeite aber gerade nicht und habe unser Problem an der Rezeption mitbekommen. Da wir ERST seit drei Monaten in China wären müsste das Hotel unsere anwesenheit den Behörden melden. Klar, vielleicht habe ich mich auf der Klassenfahrt, am Anfang des Schuljahres, in Glücksburg mit Corona infiziert und stecke jetzt auf der Reise alle. Nachdem sich der Herr verabschiedet hat und die Kellnerin mit der Bestellung in der Küche verschwunden ist, kann ich mich nicht mehr halten. Wir fangen beide an zu lachen und ich kriege mich auch nicht so schnell wieder ein. Die gesamte Situation ist viel zu absurd als dass ich jetzt ernst bleiben könnte. Wir sitzen gemeinsam in einem sonst menschenleeren Speisesaal. Ich mit meiner Winterjacke und Mama mit einem großen Wollschal über den Schultern. Wir genießen noch eine leckere Kürbiscremesuppe.

3 Gedanken zu „014 – Das Reiseproblem“

  1. Wie herrlich, diese Reiseerzählung! Andere Kulturen sind einfach klasse und lehren uns, das Leben mit Großmut, Toleranz und Humor zu sehen……und niemals, niemals das T zu vergessen 😁

  2. Susa, weißt Du noch:
    Wir warten auf „Nudeln über die Brücke“, stundenlang, und die einzige Wärme strömt aus einem alten Ölfass, worin ein Feuerchen brennt…

    Laurens: Wie schön, auch mal von Dir zu hören! Mehr davon!!

  3. Echt abenteurlich ! Wie gut, dass Du Deine Mama da ordentlich beschützt hast. Wer weiß denn schon, was einem in einem so großten Speisesaal passiert ?!…. Gut gemacht !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert